Dr. Brigitte Schmid-Hagenmeyer DIAKA e.V. kritisiert einseitige DJV-Handreichung zu Sexarbeit

Das Deutsche Institut für angewandte Kriminalitätsanalyse (DIAKA e. V.) äußert deutliche Kritik an der jüngst veröffentlichten Handreichung des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) zum Thema „Sexarbeit“. Nach Einschätzung des Instituts vermittelt das Dokument ein unausgewogenes und verharmlosendes Bild von Prostitution und blendet wesentliche wissenschaftliche und menschenrechtliche Perspektiven aus.

DIAKA bemängelt, dass die Handreichung fast ausschließlich Positionen des Bunds erotischer Dienstleistungen (BesD) wiedergibt, während kritische Fachgesellschaften, Beratungsstellen und Betroffeneninitiativen keine Berücksichtigung finden. Prostitution werde fälschlicherweise als normale Erwerbstätigkeit dargestellt, obwohl Studien auf hohe Raten von Gewalt, Traumatisierung und psychischen Erkrankungen unter Prostituierten hinweisen. Eine klare Trennung zwischen freiwilliger und erzwungener Prostitution sei aus psychosozialer und klinischer Sicht kaum möglich.

Das Institut fordert daher eine journalistische Neubewertung des Themas, die auch die Perspektive von Menschenhandel, Gewalt und sozialer Notlage einschließt. Als Lösungsansatz verweist DIAKA auf das Nordische Modell, das den Sexkauf unter Strafe stellt und gleichzeitig Schutz- und Ausstiegshilfen für Betroffene stärkt.

DIAKA bietet dem DJV seine fachliche Unterstützung an, um eine ausgewogene, wissenschaftlich fundierte Handreichung für Medienschaffende zu entwickeln.

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Anmerkungen zu den Handreichungen des DJV zu Sexarbeit
DIAKA_Anmerkungen_ Sexarbeit_DJV.pdf
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